Archäologie des Wattenmeers

Auf dem Land entlang des Wattenmeers findet man viele archäologische Überreste. Der fette Marschboden bot den Menschen früherer Zeiten gute Lebensbedingungen und die natürlichen Häfen haben die Grundlage zum ersten großen Handelsort im Norden gelegt.

Die Nordsee war ab Beginn der Altsteinzeit trocken und die Menschen damals gingen auf Überflutungsgebieten auf die Jagd, die heute weit draußen am Meeresboden liegen. Im Laufe der Jahrtausende ist der Meeresspiegel nach und nach gestiegen und bildete am Ende der Jungsteinzeit die Nordsee, wie wir sie heute kennen. Das Wasser vertrieb die Menschen damals, so dass es im Wattenmeergebiet heute nicht mehr viele Überreste aus der Steinzeit gibt. Es gibt jedoch viele Zeugnisse aus der Zeit danach. Sie weisen auf eine relativ große Bevölkerung im Gebiet hin.

Der Marschboden machte reich

Ursache ist der reiche Marschboden, der sich allmählich bildete, als die Küstenlinie in der Bronzezeit stabiler wurde. Das Meer lagerte Schicht um Schicht Ton, den sogenannten Schlick, auf den flachen Küstenwiesen ab, die allmählich anstiegen. Und genau diese Ablagerungen waren später ein Geschenk für die Bauern im Wattenmeergebiet. Durch den Schlick wurde die Erde fett und bot die Möglichkeit zu viel Viehhaltung, die Reichtum und Nahrung für viele Menschen bot. Ab der Eisenzeit war die Marsch dicht besiedelt. Es gibt viele Überreste von Bauernhöfen, insbesondere entlang der Geestkante, wo die Marsch in das höher gelegene, trockene Land übergeht.

Eine Klassengesellschaft

Einige der vielen Funde aus der Eisenzeit zeugen davon, dass es bereits damals große Unterschiede in der Gesellschaft zwischen den Reichen und Mächtigen und den ganz normalen Menschen gab. Bei Dankirke südlich von Ribe wurde eine großartige Halle aus der Eisenzeit ausgegraben, die um das Jahr 500 abgebrannt ist. Zuvor hatte sie Platz für große

Gesellschaften mit vielen Gästen geboten. Das deutet darauf hin, dass der Besitzer der Halle sehr reich war, was vermutlich auf größere Ländereien entlang des Wattenmeers zurückzuführen war.

Ein Land in Richtung Westen

Auch Handel und Seefahrt begründeten den damaligen Reichtum. An der Wattenmeerküste lagen einige der wenigen Naturhäfen im westlichen Jütland an der Nordsee mit der kürzesten Verbindung von Dänemark zu den Handelsplätzen im westlichen und südlichen Europa und den Städten entlang der großen deutschen Flüsse. Ein Fund, der von diesem Handel und der Qualität des damaligen Schiffsbaus zeugt, ist das über 20 Meter lange Gredstedsbro-Schiff aus dem 7. Jahrhundert, das weit flussaufwärts an der Kongeåen gefunden wurde. Der Handelsplatz Ribe wurde um das Jahr 700 als erster seiner Art im Norden gegründet und schuf die Grundlage für die dort entstehende Stadt. Somit wurde Ribe zum Handelszentrum der damaligen Dänen und der christlichen Kaufleute, die in das Land kamen und es war nur natürlich, dass die erste Kirche Dänemarks im 9. Jahrhundert und 100 Jahre vor der offiziellen Einführung des Christentums im Land von dem Missionar Ansgar mit königlicher Erlaubnis in diesem internationalen Teil des Landes errichtet wurde. Die Kirche wurde genau dort gebaut, wo heute der Dom von Ribe liegt.

Warften und Sturmfluten

In der Eisenzeit und der Wikingerzeit nahmen die Marschgebiete weiter zu. Bei Ballum und Tønder siedelten sich die Bauern in der Marsch auf Warften an, das sind künstliche Erhöhungen aus ausgegrabenem Schlick. 

In Dänemark wurden Warften nur im südlichsten Teil des Wattenmeergebietes angelegt. Das am weitesten nördlich gelegene Beispiel war die Siedlung Misthusum, südwestlich von Skærbæk. Ab dem 14. Jahrhundert wurde das Wattenmeergebiet von Sturmfluten heimgesucht. Einige waren so gewaltig, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes die Landschaft veränderten. Im Laufe der Zeit haben Sturmfluten Inseln im Wattenmeer sowohl geschaffen, wie auch zerstört und viele Menschenleben gefordert. Eine Reihe Warften und Ortschaften wurden verlassen und das Siedlungsmuster entlang der Küste wurde umsichtiger. So wurde der verhältnismäßig große Fischerort Sønderside nach der Sturmflut 1634 verlassen. Die Überreste der Stadt kamen bei Ausgrabungen im Sand südlich von Ho Klitplantage zum Vorschein.

Hier gibt es Überreste aus der Vergangenheit

Die Langbetten in Abterp bei Bredebro: Hier sieht man, wie die Landschaft aus der Steinzeit buchstäblich im Erdboden versunken ist. Hausreste in Marbæk Plantage: Die Häuser stammen aus der frühen Eisenzeit. Die Böden waren aus Naturstein und zeigen die Umrisse der 2.000 Jahre alten Gebäude ganz genau. Dorf bei Hjemsted Banke bei Skærbæk: Hier wurde ein ganzes Dorf aus dem 3. bis 5. Jahrhundert ausgegraben. Im Hjemsted Oldtidspark ist eine Rekonstruktion des Dorfes in natürlicher Größe zu sehen. Museet Ribes Vikinger in Ribe: Das Museum zeigt Ausstellungen mit reichen Funden aus der Blütezeit der Stadt unter den Wikingern und im Mittelalter, wie auch Rekonstruktionen des Lebens und blühenden Handels in der Wikingerzeit. Fiskeri- og Søfartsmuseet in Esbjerg: Das Museum zeigt Ausstellungen zur Geschichte der Fischerei am Wattenmeer. Ballum und Tønder Marsch: Hier gibt es gute Beispiele für die charakteristischen Warften, von denen einige noch heute bewohnt sind.


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