Der Atlantikwall

Entlang der gesamten Wattenmeerküste findet man Überreste von Hitlers Atlantikwall. Während des Zweiten Weltkriegs gehörten die vielen Bunker zu einer deutschen Küstenverteidigung vom Nordkap bis zu den Pyrenäen.

An der Wattenmeerküste gibt es viele Überreste des Atlantikwalls. Hier lag die größte Küstenbatterie Dänemarks und schütze zusammen mit einer ganzen Reihe kleinerer Kanonenstellungen den für die Besatzungsmächte entscheidenden strategischen Hafen von Esbjerg. Aber die Bunker erfüllten auch eine Reihe weiterer Funktionen als Radarstationen, Horchposten und Kommandozentralen. Mehrere Bunker sind zu Ausstellungsräumen umfunktioniert worden, die heute den Besuchern die Geschichte einer Zeit vermitteln, als der Krieg die Welt beherrschte.

Die Tirpitz-Stellung bei Blåvand

Bei Blåvand liegt die große Tirpitz-Stellung mit zwei enormen Kanonenbunkern. Zusammen mit der Batterie bei Hanstholm sollte sie die größte Küstenbatterie in Dänemark bilden. Bei Kriegsende war die Anlage jedoch noch nicht fertig. Die Tirpitz-Stellung, wie auch die Stellungen auf Fanø schützten die Hafeneinfahrt nach Esbjerg, einem strategischen Knotenpunkt für die Besatzungsmächte. Die vier großen Schiffskanonen der Stellung mit 55 km Reichweite sollten das Gebiet von Nymindegab bis Fanø decken, aber bei der Befreiung Dänemarks lagen die Kanonenrohre nach wie vor im Bahnhof Guldager Station bei Esbjerg. Nach dem Krieg wurden die Bunker gesperrt und von den dänischen Streitkräften für Sprengversuche benutzt. 1991 wurde der südliche Bunker ausgegraben und in ein Museum verwandelt.

Hauptquartier in Esbjerg

Während des Zweiten Weltkriegs gehörten Esbjerg und Fanø zu den am besten befestigten Gebieten. Hier wurden etwa 1.200 Bunker gebaut. Esbjerg verfügte über den einzigen Hafen, der im Falle einer Invasion der Alliierten genutzt werden konnte und stellte somit für die Besatzungsmächte einen wichtigen strategischen Punkt dar. Im Strandwald von Esbjerg liegt ein sehr großer Bunker sechs Meter unter der Erdoberfläche. Er diente der Luftwaffe und der gesamten deutschen Artillerie im Gebiet als Kommandobunker. Oberirdisch gibt es einen 15 Meter hohen Turm, auf dem ein Fernrohr stand. Von dort konnten die deutschen Soldaten Flugzeuge, Schiffe und Truppenbewegungen im Gebiet in Westjütland überwachen. Das Hauptquartier der deutschen Kriegsmarine befand sich zunächst in dem heute abgerissenen Hotel Royal in Esbjerg,Esbjerg, 

wurde später jedoch in eine Anlage im Gebiet zwischen der Stadt und dem Hafen verlegt. Der größte der Bunker liegt durch große Erdmassen geschützt tief unter der Hafenverwaltung. In dem Bunker sind in dem Raum, der für die Telefonvermittlung verwendet wurde, phosphoreszenzhaltige Anstrichstoffe erhalten geblieben. Diese war dort verwahrt worden, um die Vermittlung auch dann bedienen zu können, wenn der Strom ausfiel.

Batterien auf Fanø

Auf Fanø wurden insgesamt etwa 300 Bunker gebaut. Die Küstenartillerie auf Fanø bestand aus fünf Stellungen, von denen drei sich am nördlichen Ende der Insel befanden. Die Batterie Fanø Nord gehörte zur Verteidigung des Hafens Esbjerg. Die Batterie griff auch ein, wenn Formationen alliierter Bomber in Richtung der Ziele in Deutschland und zurück flogen. Von Fanø Bad führt ein langer Betonweg in Richtung Norden zur Batterie Grådyb. Die vier seinerzeit sehr modernen 15-Zentimeter-Kanonen der Batterie stammten von dem Schlachtschiff Gneisenau. Nachdem das Schlachtschiff bei einem Bombenangriff der Alliierten beschädigt worden war, wurden sie nach Fanø verlegt. Die Kanonen mit 22 km Reichweite wurden zur Küstenverteidigung eingesetzt. Die Batterie Fanø Plantage war mit vier Kanonen des dänischen Küstenverteidigungsschiffs Peder Skram ausgerüstet, das am 29. August 1943 bei Holmen von der eigenen Besatzung versenkt worden war.

Stellungen auf Rømø

Das Meer um Rømø ist extrem flach und im Zweiten Weltkrieg gab es noch keine Dammverbindung mit dem Festland. Eine Invasion der Alliierten auf Rømø wäre beschwerlich gewesen und so gab es auf Rømø nur eine eingeschränkte Verteidigung. Auf der anderen Seite war es für die Deutschen wichtig, alliierte Luftangriffe so früh wie möglich zu entdecken. Daher wurden ab 1942 bis zum Ende des Krieges auf Rømø immer effektivere Radaranlagen eingerichtet. Bei Kriegsende gab es auf der Insel mindestens acht verschiedene Radarmasten. Diese Anlagen gehörten zu den größten und modernsten Radarstellungen in Dänemark. Insgesamt wurden auf der Insel mehr als 50 Bunker angelegt.

Erholung auf Mandø

Auf Mandø gab es einen Flugmeldeposten, 

dessen Aufgabe war, Flugzeuge der Alliierten auszumachen. Der Posten verfügte über einen Holzturm mit Fernrohr, während die Mannschaft in Baracken wohnte. Mandø wurde auch als Erholungsort für Soldaten genutzt, die von der Ostfront kamen. An der Schule von Vester Vedsted auf dem Festland lag eine der Küstenbatterien des deutschen Heers.

Nach dem Krieg

Als der Zweite Weltkrieg im Mai 1945 endete, verließen die deutschen Soldaten die Bunker. Die Alliierten testeten die Radaranlagen in einer groß angelegten Übung und nahmen anschließend die technischen Anlagen mit. Das gesamte Inventar der Bunker wurde entfernt und wieder verwertet. Die meisten Bunker wurden zugemauert und anschließend dem Westwind und der Sandflucht überlassen.

Atlantikwall erleben

Als Gast am Wattenmeer können Sie die unterschiedlichen Bunkerarten in der Landschaft selbst entdecken. Einige kann man noch von innen ansehen:

  • Auf Rømø ist der Mammutbunker der Stellung Robbe Nord zu sehen. Für geführte Bunkerbesichtigungen nehmen Sie bitte mit dem Tønnisgård Naturcenter Kontakt auf.
  • Die meisten Bunker auf Fanø sind geschlossen, einige sind vollkommen unzugänglich.
  • An der Nordspitze von Fanø liegt jedoch eine gut erhaltene Bunkeranlage und es besteht die Möglichkeit, einige der Bunker zu besichtigen. Für geführter Bunkerbesichtigungen nehmen Sie bitte Kontakt mit Visit Fanø auf.
  • Das Fiskeri- og Søfartsmuseet in Esbjerg hat eine Ausstellung in einem Mannschaftsbunker, der teilweise wie im Zweiten Weltkrieg eingerichtet ist.
  • Im Tirpitz-Bunker bei Blåvand finden ganzjährig Ausstellungen statt. In 2015 wurde mit dem Ausbau für ein neues Museum begonnen.
  • Am Leuchtturm Blåvandshuk Fyr liegt eine Stellung mit Flugzeugradar und Kommandobunker. Wir weisen darauf hin, dass einige Bunker in militärischem Übungsgebiet mit eingeschränktem Zugang liegen. Im Sommer gibt es regelmäßig die Gelegenheit zu Bunkerbesichtigungen.

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Varde

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Blåvand

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Tane Hedevej, 6857 Blåvand

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Esbjerg

Fiskeri- og Søfartsmuseet

Tarphagevej 2 , 6710 Esbjerg V

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Rømø

Naturcenter Tønnisgård

Havnebyvej 30, 6792 Rømø

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