Gezeiten erleben

Die Gezeiten haben das charakteristische Profil des Wattenmeers mit Inseln, Watt und Marsch geschaffen. Die Gezeiten sind der Puls des Wattenmeers und bilden die Grundlage für das einmalige Ökosystem dieses Gebietes mit seiner reichhaltigen Flora und Fauna. 

Die Landschaft, die den Besucher am Wattenmeer empfängt, wurde in erster Linie durch die Gezeiten geschaffen. Seit Jahrtausenden überspülen sie bei Flut die flache Küstenlandschaft und ziehen sich anschließend wieder zurück, wobei sie bei Ebbe große Gebiete des Meeresbodens frei legen. Diese pulsierenden Bewegungen - hin und her - haben im Laufe der Zeit große Mengen Sand und Nährstoffe in die Flachwasserbereiche und das Watt geführt. Auf diese Art und Weise hat der wechselnde Wasserstand sowohl die breiten, weißen Strände, als auch die fruchtbare Marsch geschaffen.

Der Puls des Wattenmeers

An keinem anderen Ort in Nordeuropa bedeuten die Gezeiten mehr für die Landschaft als im Wattenmeer. Der schrittweise Übergang von Land zu Meer ist ein Produkt der permanenten Bewegung der sich über das Watt zurückziehenden und zurückkehrenden Fluten. Zwischen Flut und Ebbe liegen genau 6 1/4 Stunden, das bedeutet, dass das Meer das Wattenmeer in 25 Stunden zweimal überflutet. Dieser Rhythmus des Wassers ist der Pulsschlag des Wattenmeers. Denn das Wasser versorgt die Flachwasserbereiche mit Nährstoffen und Organismen, die wiederum die Nahrungsgrundlage eines reichen Ökosystems bilden, in dem es insbesondere eine extrem große Biomasse bodenlebender Tiere gibt. Die Gezeiten werden durch die Anziehungskraft des Mondes erzeugt. Normalerweise liegt der Unterschied des Wasserstandes zwischen Flut und Ebbe bei anderthalb Meter, aber Wetter und Strömungsverhältnisse können zu größeren Differenzen führen. In Extremfällen kommt es zu einer Sturmflut.

Das Wasser verteilt Sand und Schlamm

Voraussetzung für das Wattenmeer ist ein gewisser Gezeitenunterschied und ein breites, flaches Gebiet, welches das Wasser überschwemmen kann. Während der letzten Eiszeit entstanden einige flache Auwiesen, die mit dem ansteigenden Meeresspiegel etwa um den Übergang zur Jungsteinzeit überschwemmt wurden. Dabei entstand die Nordsee in einer etwas kleineren Version, als die, die wir heute kennen. 

In den darauf folgenden Jahrtausenden haben die Gezeiten in einem kontinuierlichen und ruhigen Rhythmus weitergewirkt. Der Meeresspiegel ist weiterhin, aber langsamer angestiegen und damit überflutete das Wasser die flache Auenlandschaft an der Wattenmeerküste immer mehr. Wenn das Wasser die Küstengebiete überflutet, lagert es Sedimente ab, die sowohl Sand, als auch Schlamm enthalten. Der Sand ist am schwersten. Somit lagert er sich bereits ab, wenn die Strömung unmittelbar vor der Küste abnimmt. Der Schlamm lagert sich jedoch erst ab, wenn das Wasser weiter landeinwärts still steht. Daher liegt der Sand an den Küsten und der nährstoffreiche Schlick und Schlamm weiter landeinwärts in den Flusstälern.

Ein Land aus Schlamm

In den letzten 8.000-9.000 Jahren ist der Wasserspiegel an der Küste im Südwesten Jütlands um 17 Meter angestiegen. Das bedeutet, dass das Meer mit dem Puls der Gezeiten im gleichen Zeitraum neues Land mit bis zu 17 Metern Höhe abgelagert hat. Bohrungen durch die Schichten der Marsch haben gezeigt, dass unter vielen Metern mit Schlick und Ton eine Torfschicht auf Sand aus einer Zeit liegt, bevor die Gezeiten mächtig wurden.

Die Insel Rømø zeigt, wie die Gezeiten Land bilden. Der Name Rømø ist auf das dänische Wort „rimme“ zurückzuführen, das eine flache Sandbank vor der Küste bezeichnet. Nach und nach nahm die auf dieser Sandbank abgelagerte Sandschicht zu. Der Wind häuft den Sand zu Dünen auf, die eine Insel bilden. Hinter den Dünen entsteht ausreichend Windschatten und das Wasser steht lange genug still, um Schlamm abzulagern: so entsteht die Marsch. Und so sind die charakteristischen Landschaften des Wattenmeergebietes unter dem Einfluss der Gezeiten entstanden.

Sturmfluten und Deiche

Die von dem Meer abgelagerte tonhaltige Erde ist nährstoffreich. Daher ist die Erde der Marsch fett, verglichen mit den Heideflächen weiter landeinwärts. Im Laufe der Zeit hat sie eine verhältnismäßig große Bevölkerung entlang der Wattenmeerküste gut ernährt. 

Problematisch war jedoch, dass die niedrig liegende Marsch Sturmfluten ausgesetzt war, die im Laufe der Zeit Tausende Menschenleben gefordert haben. Somit musste die Bevölkerung am Wattenmeer sich am Rand der höher gelegenen Geestgebiete niederlassen. Um die Marsch besser nutzen zu können, fing man an, künstliche Erhöhungen anzulegen, auf denen die Gehöfte gebaut werden konnte. Diese nennt man Warften, die im südlichen Teil des dänischen Wattenmeers vielerorts vorkommen. Schon im Mittelalter begann man, permanente Deiche zu bauen, die vor den Wassermassen schützen sollten. Die wirksamen Seedeiche wurden jedoch erst in den letzten 150 Jahren gebaut. In Bezug auf den Schutz der Menschen vor Sturmfluten haben diese modernen Deiche sich als wirkungsvoll erwiesen. Seit mehr als 100 Jahren hat es im dänischen Teil des Wattenmeers keine Todesfälle durch Sturmflut mehr gegeben.

Hier kann man die Gezeiten erleben

Natürlich kann man die Gezeiten entlang der ganzen Küste erleben. Es gibt jedoch Stellen, an denen der Unterschied zwischen Ebbe und Flut besonders deutlich ist. Die Gezeiten kann man gut anhand der sog. Gezeitenrinnen verdeutlichen. Meeresseitig vor der Ballum Schleuse, südlich der Brede Å, gibt es eine Gezeitenrinne, die bei Flut mit Wasser gefüllt, bei Ebbe jedoch fast leer ist. Gleiches gilt für Havsand Lå auf Rømø, wo deutlich zu sehen ist, wie die Gezeiten die Fließgewässer am Wattenmeer beeinflussen. Am markantesten lassen sich die Folgen der Gezeiten jedoch auf Mandø beobachten. Der Zugang zu Mandø erfolgt über den Låningsvejen, der knapp einen halben Meter über dem Meeresboden liegt. Wohl gemerkt trifft das nur bei Ebbe zu. Bei Flut ist die Straße überschwemmt. Wenn man sich auf diese Straße begeben will, muss man sich also vorher unbedingt mit dem Gezeitenkalender auseinandersetzen. Ansonsten läuft man im wahrsten Sinne des Wortes Gefahr, unterzugehen.


Geführte Tour 

Wir empfehlen eine geführte Tour mit einem der erfahrenen Führer des Nationalparks.

Varde

NaturKulturVarde

Roustvej 111, 6800 Varde

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    +45 75 22 22 50

Oksbøl

Naturguiden

Adresse Ukendt

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    +45 75 27 19 15

Fanø

Strandskaden

Dagmarsvej 10, 6720 Fanø

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    +45 30 20 25 43

Ribe

Vadehavscentret

Okholmvej 5, Vester Vedsted, 6760 Ribe

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    +45 75 44 61 61

Mandø

Mandø Kro og Traktorbusser

Mandøvej 31, Mandø, 6760 Ribe

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    +45 61 66 56 75

Bredebro

Vadehavssmedjen

Bunti 18, 6261 Bredebro

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    +45 29 72 74 26

Rømø

Naturcenter Tønnisgård

Havnebyvej 30, 6792 Rømø

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    +45 74 75 52 57

Møgeltønder

Sort Safari

Slotsgaden 19, 6270 Tønder

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    +45 73 72 64 00

Oksbøl

Naturstyrelsen

Ålholtvej 1, 6840 Oksbøl

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    +45 72 54 30 00


Besuch

Wenn Sie mehr erfahren möchten, sollten Sie eines der interessanten Informationszentren des Nationalparks aufsuchen.

Oksbøl

Danmarks Ravmuseum

Lundvej 4, 6800 Varde

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    +45 75 22 08 77

Marbæk

Myrthue

Myrtuevej 39, 6710 Esbjerg V

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    +45 76 16 81 00

Esbjerg

Fiskeri- og Søfartsmuseet

Tarphagevej 2 , 6710 Esbjerg V

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    +45 76 12 20 00

Ribe

Vadehavscentret

Okholmvej 5, Vester Vedsted, 6760 Ribe

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    +45 75 44 61 61

Rømø

Naturcenter Tønnisgård

Havnebyvej 30, 6792 Rømø

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    +45 74 75 52 57

Højer

Højer Mølle

Møllegade 13, 6280 Højer

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    +45 74 78 29 11